{"id":89,"date":"2018-03-06T05:51:29","date_gmt":"2018-03-06T05:51:29","guid":{"rendered":"http:\/\/einsneunzig.de\/?page_id=89"},"modified":"2024-02-11T14:12:55","modified_gmt":"2024-02-11T14:12:55","slug":"buecher","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=89","title":{"rendered":"2. WK"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Thema, das mich schon immer sehr interessiert hat, ist die Psychologie des Dritten Reichs, da auch ich selbst die Summe zweier sehr unterschiedlicher Familien bin; die ein k\u00e4mpfte im Zweiten Weltkrieg, die andere fl\u00fcchtete, aber keine der beiden Seiten sprach jemals wirklich \u00fcber das Erlebte. Und gerade deshalb ist es wohl besonders diese Zeit, die mich reizt. Denn wie konnte es sein, dass eine ganze Generation ver- und in den Untergang gef\u00fchrt wurde? Wie viele &#8222;b\u00f6se&#8220; Menschen brauchte es, um die &#8222;guten&#8220; in Schach zu halten? Und wieso distanzieren wir uns heute so extrem von damals in dem Glauben, besser oder anders zu sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Spricht man heute \u00fcber diese Zeit, dann f\u00e4llt oft der Satz <em>Sie sind alle schuld, sie haben ja nichts dagegen getan<\/em>, gerne auch begleitet von <em>Also ICH h\u00e4tte da ja nicht mitgemacht<\/em>! Aber sind wir doch mal ehrlich, das ist zu einfach. Massenverf\u00fchrung ist ein Ph\u00e4nomen, dass es schon lange vorher gab und auch heute noch gibt. Wir glauben gerne anders, aufgekl\u00e4rter zu sein als die Generation damals, aber was k\u00f6nnten wir denn heute tun? Wie k\u00f6nnten wir etwas gegen das unternehmen, was um uns herum passiert? <\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, dass Menschen leider prinzipiell dazu neigen, sich in der Masse zu verstecken. Es ist leichter ein Unrecht zu ertragen, wenn man es auf vielen Schultern ablegen kann, als wenn man ihm alleine gegen\u00fcbersteht. Anonymit\u00e4t ist ein wichtiger Teil des Ganzen, wenn wir Fotos aus alten Zeiten sehen, dann sehen wir keine Individuen, wir sehen eine Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"214\" src=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Foto-Album-03-R.A.D.-Abtl.-4-170-Graf-Spee-Handorf-Lueneburg-1943-300x214.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1618\" srcset=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Foto-Album-03-R.A.D.-Abtl.-4-170-Graf-Spee-Handorf-Lueneburg-1943-300x214.png 300w, https:\/\/www.einsneunzig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Foto-Album-03-R.A.D.-Abtl.-4-170-Graf-Spee-Handorf-Lueneburg-1943-378x270.png 378w, https:\/\/www.einsneunzig.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Foto-Album-03-R.A.D.-Abtl.-4-170-Graf-Spee-Handorf-Lueneburg-1943.png 486w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Mein eigener Gro\u00dfvater w\u00e4hrend des RAD<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Aber auch diese Menschen haben Geschichten. Sie waren stolz, hatten Angst, glaubten an etwas. Sie waren keine Masse, sie waren nur ein Teil davon. Und um auch mich selbst endlich besser verstehen zu k\u00f6nnen, vielleicht sogar die ganze &#8222;Generation Kriegsenkel&#8220;, begann ich irgendwann diese Geschichten zu sammeln. In zahllosen Stunden besuchte ich Zeitzeugen zu Hause und in Pflegeheimen, sowohl im In-, als auch im Ausland. Ich sammelte jeden kleinen Schnipsel Information, den ich bekommen konnte. Doch ging es mir dabei nie um Daten, gro\u00dfe Ereignisse oder kriegsentscheidende Taten, sondern ganz simpel um den Alltag. Wie lebten die &#8222;kleinen&#8220; Soldaten, diejenigen, die im Dreck des Sch\u00fctzengrabens ausharren mussten? Wie ihre Frauen zu Hause, in der Angst um ihre M\u00e4nner? Und wie die Kinder, die das alles noch gar nicht richtig erfassen konnten?<\/p>\n\n\n\n<p>Viele dieser Fragen kann ich immer und immer wieder neu beantworten, denn wie gesagt, kein Mensch ist gleich. Mittlerweile nutze ich deshalb auch Feldpostbriefe, um ein unverf\u00e4lschtes Bild von dem zu bekommen, was damals wirklich geschah. Diese Briefe geben einen sehr intimen Einblick in das Leben der Menschen und sind gepr\u00e4gt von den Pers\u00f6nlichkeiten der jeweiligen Briefeschreiber. Ich m\u00f6chte damit aber weder rechtfertigen noch jemanden entschuldigen, ich nehme auch den Einzelnen nicht aus seiner Verantwortung. Ich m\u00f6chte lediglich erkl\u00e4ren und warnen, denn wie schon George Santayana sagte: <em>Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen<\/em>!<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich m\u00f6chte einfach nicht, dass sich diese Geschichte wiederholt, nicht in der gleichen, und auch in keiner \u00e4hnlichen Form, deswegen bewahre ich sie. Nicht die, die wir schon alle kennen, sondern die Unbemerkte, die sich w\u00e4hrenddessen, fast nebenbei, abgespielt hat. Die Geschichte des Soldaten, dem die F\u00fc\u00dfe abfroren, die der Mutter, die wochenlang Kartoffeln sammelte, damit ihr Sohn im Urlaub etwas zu Essen bekommt und die der Schwester, die ihren Bruder vermisste, weil sie alleine nicht mit Puppen spielen wollte. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer nun Lust hat es mir gleich zu tun und sich f\u00fcr das Schicksal eines Menschen zu dieser Zeit interessiert, der kann es gerne in einem meiner B\u00fccher verfolgen! Der m\u00f6ge sich Zeit zum St\u00f6bern nehmen, sich die Leseproben vornehmen und sich dann den <strong>Menschen<\/strong> raussuchen, der ihm am meisten zusagt. Der sei mein Gast auf einer kleinen Zeitreise:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=218\">Leopold Bigl &#8211; Funker<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=1414\">G\u00fcnther Haarmann &#8211; Kriegsgefangener<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=220\">Horst Handke &#8211; Matrose<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=1554\">Klaus Heine &#8211; Funker<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=230\">Erich Hellerstieg &#8211; Matrose<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=1569\">Georg Hopfer &#8211; Soldat<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=1594\">Jochen Jaennicke &#8211; Sch\u00fcler<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=221\">Fritz Kalsche &#8211; Soldat<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=198\">Werner Leuschner &#8211; Fl\u00fcchtlingskind<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.einsneunzig.de\/?page_id=1519\">Dr. Friedrich Riemann &#8211; Truppenarzt<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Thema, das mich schon immer sehr interessiert hat, ist die Psychologie des Dritten Reichs, da auch ich selbst die Summe zweier sehr unterschiedlicher Familien bin; die ein k\u00e4mpfte im Zweiten Weltkrieg, die andere fl\u00fcchtete, aber keine der beiden Seiten sprach jemals wirklich \u00fcber das Erlebte. 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